Wenn der Antrag einmal durch ist, verschwindet ein Stück Alltagssorge: Die Pflegehilfsmittel kommen von da an regelmäßig zu Ihnen nach Hause, ohne dass Sie in die Apotheke oder den Sanitätsfachhandel fahren müssen. Trotzdem tauchen rund um die Lieferung immer wieder dieselben Fragen auf. Wie oft kommt die Box eigentlich? Was ist drin? Und was mache ich, wenn sie ausbleibt?
In diesem Ratgeber gehen wir diese Fragen der Reihe nach durch – damit Sie genau wissen, was Sie erwartet, und im Ernstfall wissen, was zu tun ist.
Wie oft wird die Pflegebox geliefert?
Die Pflegebox versorgt Sie mit Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch, für die Ihnen die Pflegekasse nach § 40 SGB XI eine Pauschale von 42 Euro im Monat erstattet. Weil dieses Budget monatlich zur Verfügung steht, liefern die meisten Anbieter – so auch wir – die Box in aller Regel einmal im Monat.
Das hat einen praktischen Grund: Das Budget von 42 Euro ist an den Kalendermonat gebunden. Nicht genutztes Guthaben lässt sich nicht dauerhaft ansparen, sondern verfällt am Monatsende. Eine monatliche Lieferung sorgt also dafür, dass der Anspruch Monat für Monat ausgeschöpft wird und Sie durchgehend versorgt sind.
Manche Menschen brauchen aber gar nicht jeden Monat die volle Menge. Dann lässt sich die Lieferung oft anpassen – zum Beispiel, indem größere Mengen seltener kommen. Sprechen Sie das einfach mit Ihrem Anbieter ab. Wichtig ist nur, dass die Versorgung zu Ihrem tatsächlichen Bedarf passt und nichts ungenutzt liegen bleibt.
Was steckt in einer Lieferung?
In der Box finden Sie die klassischen Pflegehilfsmittel zum Verbrauch, die im häuslichen Pflegealltag immer wieder gebraucht werden:
- Einmalhandschuhe für hygienisches Arbeiten
- Händedesinfektionsmittel und oft auch Flächendesinfektion
- Bettschutzeinlagen für Bett und Sitzgelegenheiten
- Mundschutz sowie Schutzschürzen
- Fingerlinge für kleine Handgriffe
Welche Artikel und Mengen genau geliefert werden, richtet sich nach Ihrem Bedarf. Sie können die Box individuell zusammenstellen und den Inhalt jederzeit anpassen, wenn sich Ihre Situation ändert. Einen vollständigen Überblick, was zu den erstattungsfähigen Produkten gehört, finden Sie in unserer Liste der Pflegehilfsmittel zum Verbrauch.
Wann kommt die erste Box nach dem Antrag?
Die erste Lieferung ist an einen kleinen Ablauf geknüpft: Zuerst muss die Pflegekasse die Kostenübernahme bestätigen. Sobald diese Genehmigung vorliegt, wird Ihre erste Box zusammengestellt und auf den Weg gebracht.
In der Praxis vergehen von der Antragstellung bis zur ersten Lieferung meist einige Tage bis wenige Wochen – abhängig davon, wie schnell die Pflegekasse den Antrag bearbeitet. Wenn Sie den Ablauf von Anfang an verstehen möchten, hilft Ihnen unser Ratgeber Pflegebox beantragen: was Angehörige wissen müssen. Danach läuft die Versorgung automatisch weiter, ohne dass Sie jeden Monat neu tätig werden müssen.
Die Lieferung verzögert sich – was tun?
Auch wenn es selten vorkommt: Manchmal bleibt eine Box länger aus als gewohnt. Bevor Sie sich Sorgen machen, gehen Sie am besten in dieser Reihenfolge vor.
1. Liefertermin und Nachricht prüfen. Werfen Sie einen Blick in Ihre E-Mails oder Unterlagen. Oft gibt es eine Versandbestätigung mit voraussichtlichem Termin, und die Box ist schlicht noch unterwegs.
2. Ablageort und Nachbarn checken. Pakete werden gelegentlich an einem sicheren Ort abgelegt oder bei Nachbarn abgegeben. Ein kurzer Blick lohnt sich, bevor Sie weiter nachforschen.
3. Den Anbieter kontaktieren. Meldet sich niemand und ist nichts angekündigt, wenden Sie sich direkt an Ihren Pflegebox-Anbieter. Halten Sie dafür Ihren Namen und am besten Ihre Kundennummer bereit, dann lässt sich der Vorgang schnell klären.
4. Bestand überbrücken. Bis Ersatz kommt, helfen ein paar Handschuhe oder Desinfektionsmittel aus dem Vorrat. Es ist ohnehin sinnvoll, immer einen kleinen Puffer zu Hause zu haben, damit eine einzelne verspätete Lieferung nie zum Problem wird.
Bleibt es nicht bei einer Ausnahme, sondern häufen sich Verzögerungen oder Rückfragen, ist das ein deutliches Zeichen. Ein zuverlässiger Anbieter liefert pünktlich und ist gut erreichbar. Wenn das nicht stimmt, können Sie unkompliziert wechseln – wie das geht, lesen Sie unter Pflegebox-Anbieter wechseln.
Können Sie Inhalt und Menge der Lieferung anpassen?
Ja. Ihr Bedarf ändert sich – und die Box sollte mit ihm gehen. Wird zum Beispiel mehr Bettschutz gebraucht und weniger Mundschutz, lässt sich das umstellen. Auch die Liefermenge können Sie an Ihren Verbrauch anpassen. Ein kurzer Anruf oder eine Nachricht an den Anbieter genügt in der Regel. So bleibt die Versorgung passgenau, statt dass Produkte ungenutzt im Schrank landen.
Kurz zusammengefasst
Die Pflegebox kommt in der Regel einmal im Monat, gefüllt mit den Pflegehilfsmitteln, die Sie im Alltag brauchen, und ohne dass Sie dafür etwas zuzahlen. Verzögert sich eine Lieferung, prüfen Sie zuerst Termin und Ablageort, kontaktieren dann den Anbieter und überbrücken mit Ihrem Vorrat. Und weil Inhalt und Menge flexibel sind, lässt sich die Box jederzeit an Ihren tatsächlichen Bedarf anpassen.
Häufige Fragen
Kostet mich die Lieferung etwas? Nein. Die Pflegekasse übernimmt die Kosten bis zu 42 Euro im Monat. Solange Ihre Box in diesem Rahmen bleibt, zahlen Sie nichts – auch nicht für den Versand.
Muss ich für die Lieferung zu Hause sein? In der Regel nicht. Die Box wird wie ein normales Paket zugestellt und bei Abwesenheit meist an einem vereinbarten Ort oder bei Nachbarn abgegeben.
Was passiert, wenn ich in den Urlaub fahre? Sie können die Lieferung pausieren lassen. Sagen Sie Ihrem Anbieter rechtzeitig Bescheid, dann setzt die Versorgung danach einfach wieder ein.
Verfällt mein Budget, wenn ich einen Monat nichts brauche? Ja. Das monatliche Budget von 42 Euro lässt sich nicht dauerhaft ansparen; nicht genutztes Guthaben verfällt am Monatsende. Deshalb ist eine regelmäßige, an Ihren Bedarf angepasste Lieferung sinnvoll.
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Themen: Pflegebox · Lieferung · Pflegehilfsmittel zum Verbrauch · 42 Euro · häusliche Pflege · Angehörige
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