Das kleine Fläschchen, das oft unterschätzt wird
In jeder Pflegebox steckt es fast selbstverständlich mit drin: das Desinfektionsmittel. Für viele Angehörige ist es einfach „dieses Fläschchen" neben den Handschuhen – dabei ist es eines der wirksamsten Hilfsmittel im Pflegealltag, wenn man es richtig einsetzt. Hände- und Flächendesinfektion erfüllen unterschiedliche Aufgaben, und an einer Stelle entscheidet sich, ob das Mittel überhaupt wirkt: bei der Einwirkzeit. Dieser Ratgeber erklärt verständlich, wann welche Desinfektion sinnvoll ist, wie Sie sie richtig anwenden und warum das Desinfektionsmittel Sie keinen Cent kostet.
Hände oder Flächen? Zwei Mittel, zwei Aufgaben
Der wichtigste Punkt zuerst, weil hier am meisten schiefgeht: Händedesinfektionsmittel und Flächendesinfektionsmittel sind nicht dasselbe. Händedesinfektionsmittel sind auf die Haut abgestimmt – sie enthalten meist rückfettende Stoffe, damit die Hände bei häufiger Anwendung nicht austrocknen. Flächendesinfektionsmittel sind für Oberflächen gemacht: den Nachttisch, die Toilette, Türgriffe oder die Griffe von Pflegehilfsmitteln. Auf die Haut gehören sie nicht.
Die einfache Merkregel: Was an die Haut darf, steht auf der Flasche. Im Zweifel gilt das Etikett – und Flächenmittel bleibt bei den Flächen.
Der wichtigste Punkt: die Einwirkzeit
Desinfektion ist kein „drauf und gut". Damit ein Mittel Krankheitserreger zuverlässig reduziert, muss die behandelte Stelle eine bestimmte Zeit lang feucht bleiben – die sogenannte Einwirkzeit. Wird das Mittel zu früh abgewischt oder zu sparsam aufgetragen, trocknet es vorzeitig und kann nicht voll wirken.
Gerade die Fingerkuppen und Daumen werden oft vergessen, dabei sind sie beim Kontakt am wichtigsten. Lieber einmal bewusst und gründlich als dreimal hektisch.
Wann Desinfektion in der häuslichen Pflege sinnvoll ist
Nicht jede Situation verlangt nach Desinfektionsmittel – aber es gibt klare Momente, in denen es sich lohnt. Eine Händedesinfektion ist vor allem dann sinnvoll, wenn die Hände sauber aussehen, aber mit Erregern behaftet sein könnten:
- vor dem Anreichen von Essen oder Medikamenten,
- vor und nach dem Wechsel von Bettschutzeinlagen oder beim Umgang mit Ausscheidungen,
- nach dem Kontakt mit gebrauchten Materialien,
- wenn jemand im Haushalt erkältet oder infektanfällig ist.
Sind die Hände dagegen sichtbar verschmutzt, kommt zuerst Wasser und Seife zum Einsatz – erst danach, wenn nötig, die Desinfektion. Flächendesinfektion wiederum lohnt sich punktuell dort, wo häufig angefasst wird oder wo Ausscheidungen in Kontakt kommen, etwa rund um die Toilette.
Desinfektionsmittel ist Teil Ihrer Pflegebox
Die gute Nachricht zum Schluss: Sie müssen Desinfektionsmittel nicht selbst kaufen. Hände- und Flächendesinfektion gehören zu den Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch – genau wie Einmalhandschuhe und Bettschutzeinlagen – und sind damit Teil der monatlichen Pflegebox.
Der Anspruch besteht ab Pflegegrad 1, und die Box kostet Sie nichts. Welche Produkte sonst noch dazugehören, lesen Sie in unserer Übersicht Pflegehilfsmittel zum Verbrauch: die komplette Liste. Wie Sie den Inhalt an Ihren Bedarf anpassen, zeigt Pflegebox individuell zusammenstellen, und worauf es bei den ebenfalls enthaltenen Einmalhandschuhen ankommt, erfahren Sie im passenden Ratgeber. Dass der Anspruch schon ab Pflegegrad 1 greift, erklärt Pflegebox bei Pflegegrad 1.
Häufige Fragen
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Händedesinfektion und Flächendesinfektion?
Wie lange muss Desinfektionsmittel einwirken?
Bekomme ich Desinfektionsmittel über die Pflegebox?
Ist Händewaschen oder Desinfizieren besser?
Ihr nächster Schritt
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Schlagwörter: Desinfektionsmittel · Händedesinfektion · Hygiene · Pflegebox · Pflegehilfsmittel · 42 Euro
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