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Intimpflege bei Pflegebedürftigen: Anleitung und Tipps für zu Hause

Intimpflege gehört zur täglichen Pflege zu Hause. Eine schonende, würdevolle Anleitung mit Hygiene-Tipps – für Frauen und Männer und mit Blick auf die Haut.

PRPflegeboxEU Redaktion
3. August 20265 Min. Lesezeit
Intimpflege bei Pflegebedürftigen: Anleitung und Tipps für zu Hause

Warum die Intimpflege so wichtig ist

Die Intimpflege gehört zu den sensibelsten Aufgaben in der häuslichen Pflege – und zu den wichtigsten. Die Haut im Intimbereich ist besonders empfindlich, warm und feucht. Wird sie nicht regelmäßig und schonend gereinigt, drohen Hautreizungen, Pilzinfektionen, Harnwegsinfekte und im schlimmsten Fall ein Wundliegen. Gerade bei Inkontinenz ist eine sorgfältige Pflege deshalb entscheidend.

Genauso wichtig ist das Feingefühl: Es geht um die Intimsphäre eines Menschen. Wer ruhig, respektvoll und nachvollziehbar vorgeht, nimmt Scham und macht die Pflege für beide Seiten angenehmer.

Auf einen Blick

  • Täglich und nach jedem Toilettengang bzw. Wechsel von Inkontinenzmaterial reinigen.
  • Nur klares, warmes Wasser und milde, pH-hautneutrale Waschlotion verwenden – keine aggressiven Seifen.
  • Bei Frauen immer von vorne nach hinten reinigen, um Keimverschleppung zu vermeiden.
  • Gut, aber sanft abtrocknen – besonders in den Hautfalten.
  • Würde wahren: ankündigen, abdecken, was nicht gewaschen wird, und Ruhe bewahren.

Das brauchen Sie

Legen Sie alles bereit, bevor Sie beginnen:

  • Einmalhandschuhe und Händedesinfektion
  • zwei bis drei weiche Waschlappen oder Einmalwaschlappen
  • warmes Wasser und eine milde, pH-neutrale Waschlotion
  • weiche Handtücher
  • eine Bettschutzeinlage als Unterlage
  • bei Bedarf Hautschutzcreme sowie frisches Inkontinenzmaterial

Einmalhandschuhe, Händedesinfektion und Bettschutzeinlagen gehören zu den Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch und lassen sich bequem über die monatliche Pflegebox beziehen. Welche Produkte dazugehören, zeigt die komplette Liste der Pflegehilfsmittel zum Verbrauch. Waschlotion und Handtücher besorgen Sie selbst.

Schritt für Schritt: Intimpflege im Liegen

  1. Vorbereiten. Fenster schließen, für angenehme Wärme und Privatsphäre sorgen. Hände desinfizieren, Handschuhe anziehen, Bettschutzeinlage unterlegen.
  2. Ankündigen. Jeden Schritt ruhig erklären und nur den Bereich freilegen, der gerade gewaschen wird. Das schützt die Würde.
  3. Reinigen. Mit einem feuchten, gut ausgedrückten Waschlappen von den weniger verschmutzten zu den stärker verschmutzten Stellen arbeiten. Bei Frauen stets von vorne nach hinten, um Keime nicht Richtung Harnröhre zu verschleppen. Bei Männern die Vorhaut vorsichtig zurückziehen, reinigen und anschließend wieder nach vorne schieben.
  4. Hautfalten beachten. Leisten und Falten gründlich, aber sanft säubern – hier sammelt sich leicht Feuchtigkeit.
  5. Abtrocknen. Mit einem weichen Handtuch tupfend trocknen, nicht rubbeln. Trockene Haut ist der beste Schutz.
  6. Hautschutz und Abschluss. Bei Bedarf eine dünne Schicht Hautschutzcreme auftragen, frisches Inkontinenzmaterial anlegen, Handschuhe entsorgen und die Hände desinfizieren.

Besonderheiten bei Inkontinenz

Bei Inkontinenz ist die Haut ständig Feuchtigkeit ausgesetzt. Reinigen Sie deshalb bei jedem Wechsel, tragen Sie einen Hautschutz auf und wählen Sie passendes, atmungsaktives Inkontinenzmaterial. Worauf es bei Art, Größe und Saugstärke ankommt, lesen Sie im Ratgeber Inkontinenzmaterial: Arten, Größen und Kostenübernahme. Wie Bettschutzeinlagen den Alltag erleichtern, erklärt der Beitrag Bettschutzeinlagen im Pflegealltag.

Würde und Scham ernst nehmen

Viele Pflegebedürftige empfinden die Intimpflege als unangenehm. Das hilft: vorher ankündigen, Blickkontakt und einen ruhigen Ton wahren, nur das Nötige freilegen und – wenn möglich und gewünscht – Rücksicht auf das Schamgefühl bei der Geschlechterzuordnung nehmen. Wer die Pflege nicht als reine Aufgabe „abarbeitet“, sondern als achtsamen Moment gestaltet, nimmt viel Anspannung heraus.

Wann Sie fachlichen Rat holen sollten

Anhaltende Rötungen, offene oder nässende Stellen, Juckreiz, starker Geruch oder Schmerzen gehören ärztlich abgeklärt. Auch Ihr ambulanter Pflegedienst zeigt Ihnen die Handgriffe gern einmal in Ruhe – gerade am Anfang gibt das Sicherheit.

Auf einen Blick

  • Regelmäßig, mild und mit warmem Wasser reinigen – keine scharfen Seifen.
  • Bei Frauen von vorne nach hinten, bei Männern die Vorhaut einbeziehen.
  • Gründlich, aber sanft abtrocknen und Hautfalten nicht vergessen.
  • Handschuhe, Desinfektion und Bettschutz aus der Pflegebox nutzen.
  • Auffälligkeiten der Haut ärztlich abklären lassen.

Häufige Fragen

Wie oft sollte die Intimpflege erfolgen? Mindestens einmal täglich sowie nach jedem Toilettengang und bei jedem Wechsel von Inkontinenzmaterial.

Welche Produkte eignen sich? Klares, warmes Wasser und eine milde, pH-hautneutrale Waschlotion. Auf stark parfümierte oder aggressive Seifen sollten Sie verzichten.

Sind Waschlotion und Feuchttücher in der Pflegebox enthalten? In der Regel nicht. Die Box enthält Verbrauchshilfsmittel wie Einmalhandschuhe, Händedesinfektion und Bettschutzeinlagen, die die Intimpflege hygienisch unterstützen.

Quelle

Pflegehilfsmittel zum Verbrauch (Einmalhandschuhe, Händedesinfektion, Bettschutzeinlagen) im Rahmen der monatlichen Pauschale nach § 40 Abs. 2 SGB XI – gesetze-im-internet.de. Angaben Stand 2026.

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Handschuhe, Händedesinfektion und Bettschutzeinlagen gibt es ab Pflegegrad 1 kostenlos über die monatliche Pflegebox – finanziert aus der Pauschale der Pflegekasse. Wir übernehmen den Papierkram und liefern nach Hause. Fragen zur Beantragung? Schreiben Sie an info@meine-pflegebox.com. Wie die Box funktioniert, lesen Sie unter Die Pflegebox von meine-pflegebox.com.

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