Pflege kann teuer werden – und die gesetzliche Pflegeversicherung übernimmt nur einen Teil der Kosten. Sie ist bewusst als „Teilkasko" angelegt. Die Differenz zwischen den tatsächlichen Kosten und den Leistungen der Pflegekasse nennt man Pflegelücke. Eine private Pflegezusatzversicherung soll diese Lücke schließen. Dieser Ratgeber erklärt, welche Formen es gibt und worauf es ankommt.
Warum die Pflegelücke entsteht
Die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung sind gedeckelt. Sie richten sich nach dem Pflegegrad, decken aber selten die vollen Kosten – vor allem bei intensiver häuslicher Pflege oder im Heim. Welche Leistungen die Pflegekasse überhaupt zahlt, hängt am Pflegegrad; einen Einstieg dazu gibt der Beitrag zu den Leistungen bei Pflegegrad 2. Wie sich der Beitrag zur gesetzlichen Pflegeversicherung zusammensetzt, erklärt der Ratgeber zum Beitrag der Pflegeversicherung.
Die drei Grundformen im Überblick
Am weitesten verbreitet ist die Pflegetagegeldversicherung: Sie zahlt im Pflegefall einen vorher vereinbarten festen Betrag – unabhängig von den tatsächlichen Kosten und frei verwendbar. Wie sie im Detail funktioniert, lesen Sie im Beitrag zur Pflegetagegeldversicherung.
Die Pflegekostenversicherung erstattet einen Anteil der real entstandenen und belegten Pflegekosten. Die Pflegerentenversicherung zahlt eine monatliche Rente und verbindet Vorsorge mit einem Sparanteil, ist aber meist teurer.
Was ist Pflege-Bahr?
„Pflege-Bahr" ist der Name für die staatlich geförderte Pflegetagegeldversicherung. Der Staat gibt einen monatlichen Zuschuss, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind – etwa ein Mindestbeitrag und die Aufnahme ohne Gesundheitsprüfung. Dafür sind die Leistungen oft niedriger als bei ungeförderten Tarifen. Ob sich die geförderte oder eine ungeförderte Variante mehr lohnt, ist eine individuelle Rechnung.
Für wen sich private Vorsorge lohnen kann
Ob eine Pflegezusatzversicherung sinnvoll ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Eine Rolle spielen unter anderem das Alter beim Abschluss (jünger ist meist günstiger), der Gesundheitszustand, das Vermögen und die Frage, ob Angehörige im Pflegefall einspringen könnten. Wichtig ist der Blick ins Kleingedruckte: Ab welchem Pflegegrad wird gezahlt? Gibt es Wartezeiten? Steigen die Leistungen mit der Zeit (Dynamik)?
Worauf Sie beim Vergleich achten sollten
Vergleichen Sie nicht nur den Beitrag, sondern vor allem die Leistungen: die Höhe der Zahlung je Pflegegrad, ob schon ab Pflegegrad 1 oder 2 gezahlt wird, Wartezeiten und ob die Beiträge im Alter stabil bleiben. Eine unabhängige Beratung – etwa bei einer Verbraucherzentrale – hilft, Angebote einzuordnen, ohne an einen Anbieter gebunden zu sein.
Häufige Fragen
Reicht die gesetzliche Pflegeversicherung nicht aus?
Was ist der Unterschied zwischen Pflegetagegeld und Pflegekostenversicherung?
Lohnt sich eine Pflegezusatzversicherung im Alter noch?
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