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Unterschied Alzheimer und Demenz: Anleitung für zu Hause

Demenz ist der Oberbegriff, Alzheimer die häufigste Form. Wir erklären den Unterschied verständlich – und geben eine praktische Anleitung für den Alltag mit Demenz zu Hause.

PRPflegeboxEU Redaktion
8. August 20265 Min. Lesezeit
Unterschied Alzheimer und Demenz: Anleitung für zu Hause

Viele Angehörige benutzen „Alzheimer" und „Demenz" wie zwei Wörter für dasselbe. Im Alltag ist das verständlich – im Gespräch mit Ärztin, Pflegekasse oder Pflegedienst hilft es aber, den Unterschied zu kennen. Denn er verändert, was Sie erwarten können und worauf es zu Hause ankommt.

Kurz gesagt: Demenz ist der Oberbegriff, Alzheimer die häufigste Form davon. Dieser Ratgeber erklärt beide Begriffe ohne Fachchinesisch und zeigt Ihnen, wie Sie den Alltag mit einem an Demenz erkrankten Menschen zu Hause ruhiger und sicherer gestalten.

Welcher Pflegegrad sich daraus ergibt und warum die Begutachtung so oft zu niedrig ausfällt, beschreibt der Beitrag Pflegegrad bei Demenz.

Demenz ist der Oberbegriff – Alzheimer eine Form davon

„Demenz" beschreibt kein einzelnes Leiden, sondern ein Muster: Über Monate und Jahre lassen geistige Fähigkeiten nach, die vorher selbstverständlich waren. Dazu gehören das Gedächtnis, die Orientierung in Zeit und Raum, die Sprache und das Urteilsvermögen. Wenn diese Fähigkeiten so weit nachlassen, dass der Alltag ohne Hilfe nicht mehr gelingt, sprechen Fachleute von einer Demenz.

Alzheimer ist die bekannteste und häufigste Ursache dafür. Bei der Alzheimer-Erkrankung verändern sich Nervenzellen im Gehirn und sterben nach und nach ab. Weil Alzheimer so verbreitet ist, wird der Name im Alltag oft für die ganze Gruppe verwendet – ähnlich, wie manche jedes Papiertaschentuch „Tempo" nennen. Sachlich richtig ist: Jede Alzheimer-Erkrankung ist eine Demenz, aber nicht jede Demenz ist Alzheimer.

Andere Demenzformen kurz erklärt

Neben Alzheimer gibt es weitere Formen, die sich im Alltag unterschiedlich zeigen:

  • Vaskuläre Demenz: Sie entsteht durch Durchblutungsstörungen im Gehirn, etwa nach kleinen Schlaganfällen. Die Fähigkeiten verschlechtern sich hier oft eher stufenweise. Wie Sie den Alltag bei vaskulärer Demenz zu Hause gestalten, lesen Sie im eigenen Ratgeber.
  • Lewy-Körper-Demenz: Hier kommen häufig Bewegungsstörungen und Wahrnehmungsveränderungen hinzu; Tage mit klarem Kopf wechseln mit sehr verwirrten Tagen.
  • Frontotemporale Demenz: Sie beginnt öfter im jüngeren Alter und verändert zuerst Persönlichkeit und Verhalten, weniger das Gedächtnis.

Welche Form vorliegt, stellt die Ärztin oder der Arzt fest. Für Sie als Angehörige sind die Unterschiede vor allem deshalb wichtig, weil sie erklären, warum sich zwei Menschen „mit Demenz" ganz unterschiedlich verhalten können.

Woran sich eine beginnende Demenz zeigen kann

Nicht jede Vergesslichkeit ist eine Demenz – Namen zu verlegen oder den Schlüssel zu suchen kennt jeder. Aufmerksam werden sollten Sie, wenn sich Veränderungen häufen und den Alltag stören: wenn vertraute Handgriffe plötzlich schwerfallen, ganze Gespräche und Termine vergessen werden, die zeitliche Orientierung verloren geht oder sich Ihr Angehöriger zurückzieht und Aufgaben meidet.

Solche Anzeichen sind ein Grund für ein ärztliches Gespräch, keine Diagnose. Manche Ursachen – etwa Nebenwirkungen von Medikamenten, Schilddrüsenprobleme oder eine Depression – lassen sich behandeln. Deshalb lohnt sich der frühe Weg zur Hausärztin, statt aus Sorge abzuwarten. Wie Sie danach einen Pflegegrad beantragen, erklären wir Schritt für Schritt.

Praktische Anleitung: den Alltag zu Hause gut gestalten

Ob Alzheimer oder eine andere Form – im Alltag helfen dieselben Grundregeln: Sicherheit, Vertrautheit und Ruhe. Die folgenden Schritte haben sich in der häuslichen Pflege bewährt.

Alltag mit Demenz zu Hause: was hilft

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Vermeiden Sie es, Fehler zu korrigieren oder zu diskutieren – das führt meist nur zu Frust auf beiden Seiten. Gehen Sie stattdessen auf das Gefühl ein, das hinter einer Aussage steht. Für Momente der Nähe eignen sich vertraute Lieder, Fotos oder Berührung; Anregungen finden Sie in unseren Ideen zur Beschäftigung für Senioren und zur basalen Stimulation in der Pflege. Läuft Ihr Angehöriger gelegentlich weg oder verirrt sich, kann ein GPS-Tracker für Senioren Sicherheit geben.

Unterstützung, die Angehörige entlastet

Eine Demenz betrifft nie nur den erkrankten Menschen, sondern die ganze Familie. Sie müssen das nicht allein stemmen. Mit einem anerkannten Pflegegrad stehen mehrere Leistungen zur Verfügung, die spürbar entlasten: der Entlastungsbetrag von 131 Euro im Monat, zum Beispiel für Betreuungsangebote, und die Pflegebox mit Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch im Wert von 42 Euro monatlich – zuzahlungsfrei und ohne Rezept. Gerade bei Demenz sind Produkte wie Bettschutzeinlagen oder Einmalhandschuhe eine echte Hilfe; welche sinnvoll sind, zeigen wir im Überblick zur Pflegebox bei Demenz.

Sprechen Sie außerdem früh mit der behandelnden Ärztin, einem Pflegestützpunkt oder einem ambulanten Pflegedienst. Beratung kostet nichts und öffnet Türen, von denen viele Angehörige gar nicht wissen.

Häufige Fragen

Ist Alzheimer dasselbe wie Demenz?
Nein. Demenz ist der Oberbegriff für viele Krankheitsbilder mit nachlassenden geistigen Fähigkeiten. Alzheimer ist die häufigste einzelne Form davon.
Ist Demenz heilbar?
Die meisten Demenzformen sind bislang nicht heilbar. Vieles lässt sich aber lindern und der Alltag gut gestalten. Was im Einzelfall möglich ist, klärt die behandelnde Ärztin oder der Arzt.
Wann sollte ich mit dem Betroffenen zum Arzt?
Wenn sich Vergesslichkeit und Orientierungsprobleme häufen und den Alltag stören, ist ein ärztliches Gespräch sinnvoll. Manche Ursachen sind behandelbar – Abwarten hilft dann nicht.
Bekommt man bei Demenz einen Pflegegrad?
Ja, auch geistige Einschränkungen fließen in die Begutachtung ein. Ein Pflegegrad eröffnet Leistungen wie Pflegegeld, Entlastungsbetrag und die Pflegebox.

Welche Krankheitsbilder sich hinter dem Oberbegriff Demenz verbergen und wie sie sich im Alltag unterscheiden, ordnet der Überblick zu den Demenzformen ein.

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