Ein Oberschenkelhalsbruch – medizinisch eine Form der Hüftfraktur – gehört zu den häufigsten Verletzungen älterer Menschen nach einem Sturz. Meist folgt eine Operation, dann eine Reha. Doch spätestens zu Hause beginnt für die Familie eine anspruchsvolle Zeit. Dieser Ratgeber gibt praktische Orientierung für die Pflege zu Hause und zeigt, wann ein Pflegegrad infrage kommt. Er ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Beratung.
Auf einen Blick
- Nach einem Oberschenkelhalsbruch ist die Mobilität zunächst stark eingeschränkt – Hilfe im Alltag ist unverzichtbar.
- Die richtigen Hilfsmittel erleichtern Bewegung, Körperpflege und Sicherheit spürbar.
- Ein Pflegegrad kann beantragt werden, wenn die Beeinträchtigung voraussichtlich länger andauert.
- Medizinische Fragen zu Belastung und Heilung klären immer Arzt und Physiotherapie.
Die erste Zeit zu Hause
Nach der Rückkehr aus Klinik oder Reha ist vieles anders: Aufstehen, Gehen, Waschen und Anziehen fallen schwer und brauchen Zeit. Wichtig ist ein ruhiger, sicherer Rahmen – und Geduld. Übernehmen Sie Aufgaben, die noch nicht allein gelingen, aber fördern Sie zugleich jede eigene Bewegung, die Arzt und Physiotherapie erlauben.
Wie viel Belastung dem Bein zumutbar ist, gibt ausschließlich das Behandlungsteam vor. Halten Sie sich an diese Vorgaben und die verordneten Übungen – sie sind der Schlüssel zur Genesung.
Hilfsmittel, die den Alltag erleichtern
Die passenden Hilfsmittel machen die Pflege sicherer und schonen den Rücken der Pflegenden:
- Gehhilfen wie Rollator oder Unterarmgehstützen für die ersten Schritte.
- Toilettensitzerhöhung und Haltegriffe im Bad, um schmerzhaftes tiefes Beugen zu vermeiden.
- Anziehhilfen für Strümpfe und Schuhe.
- Bettschutzeinlagen und Einmalhandschuhe für Phasen, in denen der Weg zur Toilette noch schwerfällt.
Viele dieser Verbrauchsartikel sind Teil der monatlichen Pflegebox. Welche technischen Hilfsmittel es darüber hinaus gibt, erklärt der Beitrag zum Unterschied zwischen technischen Pflegehilfsmitteln und Hilfsmitteln zum Verbrauch.
Stürze vermeiden – gerade jetzt
Nach einem Bruch ist die Angst vor einem erneuten Sturz groß, und das Risiko ist real erhöht. Sorgen Sie für eine sichere Wohnung: gute Beleuchtung, freie Wege, feste Schuhe, keine losen Teppiche. Konkrete Maßnahmen fasst der Ratgeber zur Sturzprophylaxe zu Hause zusammen.
Unterstützung durch Pflegedienst und Pflegegrad
Für die Wundversorgung nach der Operation oder für Medikamente kann ein Arzt häusliche Krankenpflege verordnen, die ein Pflegedienst übernimmt – mehr dazu im Beitrag zur häuslichen Krankenpflege.
Wenn die Einschränkungen voraussichtlich länger als sechs Monate bestehen, lohnt sich ein Antrag auf einen Pflegegrad. Wie das geht, zeigt der Ratgeber Pflegegrad beantragen. Ist die Pflege nur vorübergehend nötig, hilft oft die Kurzzeitpflege. Wie sich die Versorgung insgesamt organisieren lässt, erklärt der Beitrag häusliche Pflege organisieren.
Häufige Fragen zum Oberschenkelhalsbruch
Bekomme ich nach einem Oberschenkelhalsbruch einen Pflegegrad? Möglich ist das, wenn die Beeinträchtigung der Selbstständigkeit voraussichtlich mindestens sechs Monate andauert. Entscheidend ist die Begutachtung, nicht die Diagnose allein.
Welche Hilfsmittel sind nach einer Hüft-OP sinnvoll? Häufig helfen Rollator, Toilettensitzerhöhung, Haltegriffe und Anziehhilfen sowie Verbrauchsmaterialien wie Bettschutzeinlagen und Handschuhe.
Wann darf mein Angehöriger das Bein wieder belasten? Das legt ausschließlich das Behandlungsteam fest. Halten Sie sich an die ärztlichen und therapeutischen Vorgaben.
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