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Häusliche Pflege organisieren: der Einstieg für Angehörige

Wenn ein Angehöriger zum Pflegefall wird, stellen sich plötzlich viele Fragen. Dieser Leitfaden führt Sie Schritt für Schritt durch den Einstieg in die häusliche Pflege.

PRPflegeboxEU Redaktion
3. August 20264 Min. Lesezeit

Von einem Tag auf den anderen wird aus einem Elternteil oder Partner ein pflegebedürftiger Mensch – nach einem Sturz, einem Schlaganfall oder einfach, weil die Kräfte nachlassen. Plötzlich stellen sich viele Fragen auf einmal: Welche Hilfen gibt es? Wer zahlt was? Und wie soll das alles neben dem eigenen Leben funktionieren? Dieser Leitfaden führt Sie Schritt für Schritt durch den Einstieg in die häusliche Pflege – ruhig, verständlich und in der Reihenfolge, in der die Dinge wirklich anstehen.

Was bedeutet häusliche Pflege?

Häusliche Pflege heißt, dass ein pflegebedürftiger Mensch in seinem gewohnten Zuhause versorgt wird – von Angehörigen, von einem ambulanten Pflegedienst oder von beiden gemeinsam. Für die meisten Menschen ist das der Wunsch: so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben. Die Pflegeversicherung ist darauf ausgerichtet, genau das zu unterstützen.

Der große Vorteil: Zu Hause bleibt die vertraute Umgebung erhalten, was gerade bei Demenz oder im hohen Alter viel wert ist. Die Herausforderung liegt in der Organisation – und die lässt sich Schritt für Schritt bewältigen.

Schritt 1: Den Pflegegrad beantragen

Fast alle Leistungen der Pflegeversicherung setzen einen anerkannten Pflegegrad voraus. Der erste Schritt ist deshalb, bei der Pflegekasse (sie sitzt bei der Krankenkasse) einen Antrag auf Pflegeleistungen zu stellen. Das geht formlos per Telefon, Brief oder online.

Danach kommt der Medizinische Dienst zur Begutachtung. Bereiten Sie sich darauf gut vor: Ein Pflegetagebuch für die Begutachtung hilft, den tatsächlichen Hilfebedarf realistisch darzustellen. Welche Leistungen mit welchem Pflegegrad verbunden sind, zeigt beispielhaft unser Überblick zu den Leistungen bei Pflegegrad 2.

Schritt 2: Wissen, welche Leistungen zustehen

Steht der Pflegegrad fest, öffnet sich eine ganze Reihe von Leistungen. Die wichtigsten für die häusliche Pflege sind:

Das Pflegegeld erhalten Sie, wenn die Pflege durch Angehörige erfolgt – 2026 sind das je nach Pflegegrad 347 Euro (Pflegegrad 2) bis 990 Euro (Pflegegrad 5) im Monat. Übernimmt ein ambulanter Dienst die Pflege, gibt es stattdessen die Pflegesachleistung von bis zu 796 bis 2.299 Euro. Beides lässt sich auch kombinieren.

Dazu kommen der Entlastungsbetrag von 131 Euro im Monat für Betreuungs- und Alltagshilfen sowie die Pflegehilfsmittel zum Verbrauch. Verschaffen Sie sich früh einen Überblick, denn ungenutzte Ansprüche verfallen oft Monat für Monat.

Schritt 3: Pflege selbst übernehmen oder abgeben?

Eine der zentralen Entscheidungen ist, wie viel Sie selbst leisten wollen und können. Viele Angehörige übernehmen die Grundpflege selbst und holen sich für einzelne Aufgaben Unterstützung. Für medizinische Tätigkeiten wie Wundversorgung oder Medikamentengabe gibt es die häusliche Krankenpflege nach § 37 SGB V, die über die Krankenkasse läuft.

Seien Sie ehrlich mit sich, was dauerhaft tragbar ist. Ein ambulanter Pflegedienst ist keine Kapitulation, sondern eine kluge Arbeitsteilung. Viele Familien fahren mit einer Mischung am besten: einige Aufgaben selbst, andere durch Profis.

Schritt 4: Hilfsmittel und Wohnung anpassen

Die richtigen Hilfsmittel machen den Alltag spürbar leichter. Für den täglichen Verbrauch – Einmalhandschuhe, Bettschutzeinlagen, Desinfektion, Einmalwaschlappen – steht ab Pflegegrad 1 die Pflegehilfsmittel-Pauschale von 42 Euro im Monat zu. Gebündelt kommt sie als monatliche kostenlose Pflegebox nach Hause, ohne dass Ihnen Kosten entstehen.

Größere technische Hilfsmittel wie Pflegebett, Rollator oder Hausnotruf werden ärztlich verordnet. Für den Umbau der Wohnung – etwa ein barrierefreies Bad oder Haltegriffe – gibt es außerdem einen Zuschuss der Pflegekasse für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen.

Schritt 5: An die eigene Entlastung denken

Pflege ist ein Marathon, kein Sprint. Damit Sie durchhalten, sind Auszeiten kein Luxus, sondern Voraussetzung. Für Urlaub oder Krankheit der Pflegeperson gibt es die Verhinderungspflege, für längere Übergänge die Kurzzeitpflege. Seit Juli 2025 stehen beide zusammen als gemeinsamer Jahresbetrag von bis zu 3.539 Euro zur Verfügung.

Für regelmäßige Entlastung im Alltag lässt sich der Entlastungsbetrag einsetzen, zum Beispiel für eine Betreuung für Senioren oder eine Haushaltshilfe. Nehmen Sie diese Angebote früh an – nicht erst, wenn Sie am Ende Ihrer Kräfte sind.

Die Finanzierung auf einen Blick

Zusammengefasst tragen mehrere Töpfe die häusliche Pflege: Pflegegeld oder Pflegesachleistung als Herzstück, der Entlastungsbetrag für Betreuung, die 42-Euro-Pauschale für Verbrauchshilfsmittel, dazu Zuschüsse für Umbauten und das gemeinsame Budget für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege. Jeder Topf hat eigene Regeln, aber sie ergänzen sich.

Ein Termin bei einer Pflegeberatung nach § 7a SGB XI – kostenlos und neutral – hilft, alles auf Ihre konkrete Situation zuzuschneiden. Nutzen Sie diese Beratung ruhig gleich zu Beginn.

Häufige Fragen

Womit fange ich an, wenn plötzlich Pflege nötig wird? Mit dem Antrag auf einen Pflegegrad bei der Pflegekasse. Er ist die Grundlage für fast alle weiteren Leistungen. Parallel können Sie eine kostenlose Pflegeberatung vereinbaren.

Kann ich Pflegegeld und Pflegedienst gleichzeitig bekommen? Ja. Diese sogenannte Kombinationsleistung teilt den Anspruch anteilig auf – ein Teil geht an den Pflegedienst, der Rest wird als anteiliges Pflegegeld ausgezahlt.

Was kostet mich die häusliche Pflege? Vieles wird von der Pflege- und Krankenkasse getragen. Eigenanteile entstehen vor allem bei einem Pflegedienst über das Sachleistungsbudget hinaus sowie bei Umbauten. Die Verbrauchshilfsmittel über die Pflegebox sind für Sie kostenlos.

Sie möchten die monatlichen Pflegehilfsmittel unkompliziert und kostenlos nach Hause bekommen? Schreiben Sie uns an info@meine-pflegebox.com – wir begleiten Sie beim Einstieg.

Brauchen Sie eine Pflegebox – kostenlos und ohne Vorkasse?

Wir übernehmen den Antrag bei Ihrer Pflegekasse und liefern monatlich bis zu 42 € Pflegehilfsmittel direkt zu Ihnen nach Hause. Jederzeit kündbar, ohne Papierkram.

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