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Dekubitus vorbeugen zu Hause: Wundliegen bei Bettlägerigen verhindern

Ein Dekubitus entsteht schneller, als viele denken. Wie Angehörige das Wundliegen zu Hause verhindern – durch Umlagern, Hautkontrolle, Ernährung und Hilfsmittel.

PRPflegeboxEU Redaktion
7. August 20263 Min. Lesezeit
Dekubitus vorbeugen zu Hause: Wundliegen bei Bettlägerigen verhindern

Ein Dekubitus – im Alltag „Wundliegen" genannt – kann innerhalb weniger Stunden entstehen und heilt oft nur langsam. Die gute Nachricht: Mit den richtigen Handgriffen lässt sich ihm zu Hause wirksam vorbeugen. Dieser Ratgeber zeigt Angehörigen, worauf es bei der Dekubitusprophylaxe wirklich ankommt. Wie sich eine bereits entstandene Druckstelle einordnen lässt, erklärt der Beitrag Dekubitus-Grade 1 bis 4.

Was ein Dekubitus ist und wie er entsteht

Ein Dekubitus ist eine Schädigung der Haut und des darunterliegenden Gewebes, die durch anhaltenden Druck entsteht. Liegt oder sitzt ein Mensch lange in derselben Position, wird an den Auflagepunkten die Durchblutung abgeklemmt. Das Gewebe wird nicht mehr versorgt und beginnt abzusterben. Besonders gefährdet sind Körperstellen mit wenig Polsterung: Steißbein, Fersen, Hüften, Schulterblätter und Ellenbogen.

Das erste Warnzeichen ist eine gerötete Hautstelle, die sich auch nach dem Entlasten nicht wieder normalisiert. Wer hier sofort reagiert, kann Schlimmeres verhindern.

Wer besonders gefährdet ist

Ein erhöhtes Risiko haben vor allem Menschen, die sich kaum noch selbst bewegen können – etwa nach einem Schlaganfall, bei fortgeschrittener Demenz oder bei Bettlägerigkeit. Auch Feuchtigkeit durch Schwitzen oder Inkontinenz, ein schlechter Ernährungszustand und dünne Altershaut erhöhen die Gefahr.

Die wichtigste Maßnahme: regelmäßig umlagern

Der wirksamste Schutz ist Bewegung. Wer nicht mehr selbst die Position wechseln kann, sollte regelmäßig umgelagert werden – tagsüber oft etwa alle zwei Stunden, nachts nach Absprache mit dem Pflegedienst. Dabei wird der Körper abwechselnd auf Rücken und Seiten gebettet, sodass immer andere Stellen entlastet werden.

Schonend gelingt das mit den Prinzipien der Kinästhetik in der Pflege, die Ihren Rücken schützt und der pflegebedürftigen Person Sicherheit gibt.

Haut täglich kontrollieren und pflegen

Schauen Sie sich die gefährdeten Stellen mindestens einmal täglich genau an, zum Beispiel bei der Körperpflege. Gerötete Bereiche, die auf Fingerdruck nicht kurz weiß werden, sind ein Alarmsignal. Halten Sie die Haut sauber und trocken und pflegen Sie sie mit einer milden Lotion – wie im Ratgeber zur Hautpflege mit Körperlotion beschrieben. Nässe durch Inkontinenz sollte rasch versorgt werden, denn feuchte Haut wird besonders schnell wund.

Hilfsmittel, die den Druck verteilen

Verschiedene Hilfsmittel unterstützen die Vorbeugung, indem sie den Druck besser verteilen:

  • Weichlagerungs- oder Wechseldruckmatratzen für stark gefährdete Personen,
  • Kissen und Lagerungsrollen, um Fersen und Knie freizulagern,
  • Fellauflagen oder spezielle Sitzkissen für den Rollstuhl.

Welche Produkte den Alltag zusätzlich erleichtern, zeigt der Überblick zu Pflegehilfsmitteln für bettlägerige Menschen.

Ernährung, Trinken und glatte Laken

Eine ausreichende Versorgung mit Eiweiß und Flüssigkeit hält die Haut widerstandsfähig. Achten Sie außerdem darauf, dass Laken und Kleidung faltenfrei liegen – schon eine Falte oder ein Krümel kann bei langem Liegen Druckstellen verursachen.

Wann Sie fachlichen Rat brauchen

Bleibt eine Rötung länger bestehen oder ist die Haut bereits offen, gehört das umgehend in fachliche Hände. Wenden Sie sich an den Hausarzt oder Ihren Pflegedienst – eine beginnende Wunde lässt sich früh oft noch gut aufhalten, eine fortgeschrittene nur schwer. Die Dekubitusprophylaxe zu Hause ersetzt keine medizinische Behandlung, sondern soll sie überflüssig machen.

Sie möchten wissen, welche Hilfsmittel Ihnen zustehen und den Alltag erleichtern? Schreiben Sie uns an info@meine-pflegebox.com – wir beraten Sie gern.

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Haben Sie einen anerkannten Pflegegrad (1 bis 5)?

Einen Überblick über alle wichtigen vorbeugenden Maßnahmen in der Pflege gibt der Ratgeber zur Prophylaxe in der Pflege.

Auch Kompressionsstrümpfe können Druckstellen verursachen, wenn sie nicht mehr passen. Wann der Strumpf besser im Schrank bleibt, erklärt der Ratgeber Wann Kompressionsstrümpfe nicht getragen werden dürfen.

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