Ob Druckstelle, Hautriss oder eine Wunde nach einer Operation: In der häuslichen Pflege begegnen Angehörige oft dem Thema Wundversorgung. Wichtig ist, die eigene Rolle zu kennen – denn die eigentliche Wundbehandlung gehört in fachkundige Hände. Dieser Ratgeber erklärt, was Angehörige unterstützend tun können und wann Pflegedienst oder Arzt gefragt sind. Er ersetzt keine medizinische Anleitung.
Auf einen Blick
- Die medizinische Wundversorgung ist Behandlungspflege und wird vom Arzt verordnet und von Fachkräften ausgeführt.
- Angehörige unterstützen vor allem durch Beobachtung, Hygiene und eine gute Umgebung.
- Warnzeichen wie Rötung, Schwellung, Eiter oder Fieber gehören umgehend zum Arzt.
- Viele Hilfsmittel für Hygiene und Hautschutz sind Teil der monatlichen Pflegebox.
Wer darf eine Wunde versorgen?
Die eigentliche Wundbehandlung – Verbände wechseln, Wunden reinigen, spezielle Auflagen anlegen – ist medizinische Behandlungspflege. Sie wird vom Arzt verordnet und in der Regel von einem Pflegedienst übernommen. Wie das läuft, erklärt der Beitrag zur häuslichen Krankenpflege.
Angehörige sollten Wunden nicht eigenmächtig behandeln, sondern sich vom Pflegedienst oder Arzt zeigen lassen, was sie im Einzelfall selbst tun dürfen. So vermeiden Sie Fehler, die die Heilung verzögern.
Was Angehörige unterstützend tun können
Auch ohne die Wunde selbst zu behandeln, können Sie viel beitragen:
- Beobachten: Verändert sich die Wunde? Nimmt Rötung oder Schwellung zu? Solche Beobachtungen sind für den Pflegedienst wertvoll.
- Hygiene: Gründliche Händedesinfektion vor jedem Kontakt und saubere Einmalhandschuhe schützen vor Keimen.
- Saubere Umgebung: Frische Bettwäsche, saubere Kleidung und ein aufgeräumter Pflegeplatz senken das Infektionsrisiko.
- Druck vermeiden: Regelmäßige Lagerungswechsel entlasten gefährdete Stellen. Wie das bei bettlägerigen Menschen gelingt, zeigt der Ratgeber zur Pflege bei Bettlägerigkeit.
Dekubitus vorbeugen ist die beste Wundversorgung
Viele Wunden in der Pflege sind Druckgeschwüre (Dekubitus), die bei langem Liegen oder Sitzen entstehen. Am besten ist es, sie gar nicht erst entstehen zu lassen. Wie das gelingt – durch Bewegung, Lagerung und Hautpflege –, fasst der Ratgeber zur Dekubitusvorbeugung zusammen.
Wann Sie sofort handeln sollten
Bei diesen Anzeichen sollten Sie umgehend den Pflegedienst oder Arzt informieren:
- zunehmende Rötung, Schwellung oder Wärme rund um die Wunde,
- Eiter, unangenehmer Geruch oder eine sich vergrößernde Wunde,
- Fieber oder ein deutlich verschlechterter Allgemeinzustand,
- starke Schmerzen.
Im Zweifel gilt: lieber einmal zu früh nachfragen als zu spät.
Häufige Fragen zur Wundversorgung
Darf ich als Angehöriger die Wunde meines Angehörigen selbst versorgen? Die medizinische Wundversorgung ist Aufgabe von Fachkräften. Lassen Sie sich vom Pflegedienst oder Arzt zeigen, was Sie im Einzelfall unterstützend übernehmen dürfen.
Wer bezahlt die Wundversorgung zu Hause? Verordnet der Arzt Behandlungspflege, übernimmt die Krankenkasse die Kosten für den Pflegedienst. Grundlage ist § 37 SGB V.
Wann muss ich zum Arzt? Bei zunehmender Rötung, Schwellung, Eiter, Fieber oder starken Schmerzen sollten Sie umgehend ärztlichen Rat einholen.
Ihre Pflegebox sichern
Einmalhandschuhe, Desinfektionsmittel und Bettschutzeinlagen unterstützen die Hygiene rund um die Wundversorgung – sie sind Teil der Pflegebox, die Ihnen ab Pflegegrad 1 zusteht. Bei Fragen erreichen Sie uns unter info@meine-pflegebox.com. Jetzt Pflegebox beantragen und keinen Monatsanspruch verschenken.
Wie bundesweite Qualitätsvorgaben eine gute Wundversorgung und Pflege sichern, erklärt der Ratgeber zu den Expertenstandards in der Pflege.
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