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Pflegegrad 5: Leistungen, Geld und Voraussetzungen im Überblick

Pflegegrad 5 ist die höchste Pflegestufe. Wie viel Pflegegeld und Sachleistung 2026 zustehen und welche Leistungen dazugehören, verständlich im Überblick.

PRPflegeboxEU Redaktion
7. August 20265 Min. Lesezeit
Pflegegrad 5: Leistungen, Geld und Voraussetzungen im Überblick

Bei Pflegegrad 5 verschiebt sich die Frage. Es geht nicht mehr darum, ob Unterstützung nötig ist, sondern darum, wie eine Versorgung Tag und Nacht organisiert und finanziert wird, ohne dass die Pflegeperson dabei zusammenbricht. Die Pflegeversicherung stellt für diesen Fall die höchsten Beträge bereit – und trotzdem bleiben Leistungen regelmäßig liegen, weil im Alltag schlicht die Zeit fehlt, sie abzurufen.

Dieser Ratgeber ordnet die Leistungen 2026 danach, wofür Sie sie tatsächlich brauchen: Geld für die häusliche Pflege, Entlastung für die Pflegeperson, Material für den täglichen Verbrauch.

Was bedeutet Pflegegrad 5?

Pflegegrad 5 beschreibt eine schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung. Praktisch heißt das: Essen, Trinken, Körperpflege, Lagewechsel – nichts davon gelingt noch allein. Viele Betroffene sind dauerhaft bettlägerig, andere brauchen wegen einer weit fortgeschrittenen Demenz eine ständige Begleitung, damit sie sich nicht selbst gefährden.

Über die Diagnose sagt die Einstufung nichts aus. Seit der Umstellung von Pflegestufen auf Pflegegrade zählt allein, wie viel Selbstständigkeit im Alltag geblieben ist; körperliche und kognitive Einschränkungen werden dabei gleich gewichtet. Deshalb erreicht ein Mensch mit fortgeschrittener Demenz Pflegegrad 5 ebenso wie jemand nach einem schweren Schlaganfall. Wie sich die Stufe von der darunterliegenden abgrenzt, zeigt der Überblick zu Pflegegrad 4. Wie die Versorgung zu Hause praktisch gelingt, beschreibt der Ratgeber zu Pflegegrad 5 zu Hause.

Voraussetzungen: So wird Pflegegrad 5 festgestellt

Über die Einstufung entscheidet ein Gutachten – beim Medizinischen Dienst für gesetzlich Versicherte, bei Medicproof für privat Versicherte. Bewertet werden sechs Module: Mobilität, kognitive und kommunikative Fähigkeiten, Verhaltensweisen und psychische Problemlagen, Selbstversorgung, Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen sowie Gestaltung des Alltagslebens.

Für Pflegegrad 5 sind 90 bis 100 gewichtete Gesamtpunkte nötig – die höchste mögliche Bewertung. Daneben gibt es die Härtefallregelung: Liegt ein außergewöhnlich hoher Hilfebedarf vor, der die üblichen Anforderungen deutlich übersteigt, kann Pflegegrad 5 auch unterhalb dieser Schwelle anerkannt werden. Die Ausnahme wird selten vergeben, lohnt aber die Nachfrage, wenn das Gutachten mit Pflegegrad 4 endet und der Alltag eine andere Sprache spricht.

Pflegegeld und Pflegesachleistung bei Pflegegrad 5

Für die häusliche Versorgung stehen zwei Wege offen, die sich auch mischen lassen:

  • Pflegegeld: 990 Euro im Monat. Es fließt, wenn Angehörige oder andere private Pflegepersonen die Versorgung sicherstellen, und ist nicht zweckgebunden.
  • Pflegesachleistung: bis zu 2.299 Euro im Monat. Damit rechnet ein ambulanter Pflegedienst seine Einsätze direkt mit der Pflegekasse ab. Wie das abläuft, erklärt der Beitrag zur Pflegesachleistung über den ambulanten Pflegedienst.
  • Kombinationsleistung. Beides zusammen ist bei Pflegegrad 5 eher die Regel als die Ausnahme: Der Pflegedienst übernimmt die pflegerisch anspruchsvollen Einsätze, die Familie den Rest. Das Pflegegeld sinkt dabei genau um den Prozentsatz, zu dem die Sachleistung ausgeschöpft wird.

Ein Rechenbeispiel: Nutzen Sie 40 Prozent der Sachleistung, bleiben 60 Prozent des Pflegegeldes – also 594 Euro zusätzlich zum Pflegedienst. Die Übersicht zum Pflegegeld 2026 zeigt die Beträge aller Pflegegrade im Vergleich.

Entlastung: die Leistungen neben Pflegegeld und Sachleistung

Bei Pflegegrad 5 entscheidet weniger die Höhe der Beträge über den Alltag als die Frage, ob die Pflegeperson regelmäßig zur Ruhe kommt. Dafür sind diese Leistungen da:

  • Entlastungsbetrag: 131 Euro im Monat für Angebote zur Unterstützung im Alltag, etwa stundenweise Betreuung. Wie Sie ihn richtig einsetzen, erklärt der Ratgeber zum Entlastungsbetrag.
  • Verhinderungs- und Kurzzeitpflege: ein gemeinsamer Jahresbetrag von 3.539 Euro für die Vertretung der Pflegeperson oder eine vorübergehende stationäre Versorgung. Mehr dazu im Beitrag zur Kurzzeitpflege.
  • Tagespflege: bis zu 2.299 Euro im Monat, zusätzlich zum Pflegegeld – bei Pflegegrad 5 meist nur mit Fahrdienst und intensiver Betreuung vor Ort umsetzbar.
  • Technische Pflegehilfsmittel wie Pflegebett, Lagerungshilfen oder Hausnotruf sowie bis zu 4.180 Euro Zuschuss je wohnumfeldverbessernder Maßnahme, etwa für ein barrierefreies Bad.
  • Pflegehilfsmittel zum Verbrauch: 42 Euro im Monat – die Pflegebox.

Weil ein großer Teil der Versorgung im Bett stattfindet, gehören Lagerung und Hautschutz zu den täglichen Aufgaben. Praktische Hinweise dazu gibt der Ratgeber zur Pflege bei Bettlägerigkeit zu Hause.

Die Pflegebox bei Pflegegrad 5

Der Anspruch auf Pflegehilfsmittel zum Verbrauch nach § 40 Abs. 2 SGB XI besteht ab Pflegegrad 1 und ändert sich mit steigendem Pflegegrad nicht: bis zu 42 Euro im Monat, direkt von der Pflegekasse bezahlt, für Sie zuzahlungsfrei und ohne Rezept.

Der Unterschied liegt im Verbrauch. Wo bei niedrigen Pflegegraden eine Packung Handschuhe wochenlang reicht, sind es bei Pflegegrad 5 oft mehrere Paare am Tag, dazu Bettschutzeinlagen sowie Hände- und Flächendesinfektion. Genau deshalb lohnt es sich, die Zusammenstellung auf den tatsächlichen Bedarf abzustimmen, statt jeden Monat dieselbe Standardbox zu erhalten. Details erklärt der Ratgeber zur 42-Euro-Pauschale für Pflegehilfsmittel.

Wichtig: Der Anspruch gilt monatlich und lässt sich nicht ansparen. Was in einem Monat nicht abgerufen wird, verfällt.

Häufige Fragen zu Pflegegrad 5

Wie viel Geld bekommt man bei Pflegegrad 5? Bei häuslicher Pflege durch Angehörige zahlt die Pflegekasse 990 Euro Pflegegeld im Monat. Übernimmt ein Pflegedienst die Versorgung, stehen bis zu 2.299 Euro Pflegesachleistung zur Verfügung. Dazu kommen 131 Euro Entlastungsbetrag und 42 Euro für die Pflegebox.

Ab wie vielen Punkten bekommt man Pflegegrad 5? Pflegegrad 5 wird ab 90 gewichteten Gesamtpunkten vergeben, bis maximal 100. Über die Härtefallregelung ist die Anerkennung im Einzelfall auch unterhalb dieser Schwelle möglich.

Steht mir die Pflegebox bei Pflegegrad 5 zu? Ja. Der Anspruch auf Pflegehilfsmittel zum Verbrauch im Wert von 42 Euro im Monat besteht ab Pflegegrad 1 – zuzahlungsfrei, ohne Rezept und zusätzlich zu Pflegegeld und Sachleistung.

Ihre Pflegebox bei Pflegegrad 5 sichern

Wenn die Versorgung rund um die Uhr läuft, sollte wenigstens das Material verlässlich da sein. Stellen Sie Ihre Pflegebox auf den tatsächlichen Verbrauch ein und lassen Sie sie automatisch jeden Monat kommen. Fragen beantworten wir unter info@meine-pflegebox.com. Jetzt Pflegebox beantragen und keinen Monatsanspruch verfallen lassen.

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