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Pflegegrad 3: Leistungen, Geld und Voraussetzungen im Überblick

Wie viel Pflegegeld und Sachleistung gibt es 2026 bei Pflegegrad 3? Voraussetzungen, Beträge und alle Leistungen verständlich im Überblick.

PRPflegeboxEU Redaktion
7. August 20265 Min. Lesezeit
Pflegegrad 3: Leistungen, Geld und Voraussetzungen im Überblick

Mit Pflegegrad 3 verändert sich für die meisten Familien etwas Grundsätzliches: Aus gelegentlicher Hilfe wird ein Tagesablauf, der geplant werden muss. Waschen, Ankleiden, Essen, Bewegung in der Wohnung – vieles davon gelingt nicht mehr nebenbei. Gleichzeitig steigen die Leistungen der Pflegeversicherung spürbar an. Wer weiß, welche Töpfe es gibt, kann die Versorgung zu Hause realistisch aufstellen, statt sie über Monate zu improvisieren.

Dieser Ratgeber zeigt, wie viel Pflegegeld und Sachleistung 2026 bei Pflegegrad 3 zur Verfügung stehen, wie die Einstufung zustande kommt und welche Ansprüche im Alltag am häufigsten liegen bleiben.

Was bedeutet Pflegegrad 3?

Pflegegrad 3 steht für eine schwere Beeinträchtigung der Selbstständigkeit. Der Unterschied zu den niedrigeren Graden ist weniger eine Frage der Diagnose als der Verlässlichkeit: Punktuelle Unterstützung reicht nicht mehr aus, die Hilfe muss zu festen Zeiten und in mehreren Lebensbereichen bereitstehen. Für Angehörige heißt das in der Regel, Arbeitszeiten, Fahrtwege und Pflegeeinsätze aufeinander abzustimmen.

Seit der Umstellung von Pflegestufen auf Pflegegrade zählt nicht mehr der Zeitaufwand in Minuten, sondern die verbliebene Selbstständigkeit – körperliche und kognitive Einschränkungen werden dabei gleich bewertet. Pflegegrad 3 liegt in der Mitte der Skala, zwischen der erheblichen Beeinträchtigung bei Pflegegrad 2 und der schwersten Beeinträchtigung bei Pflegegrad 4.

Voraussetzungen: So wird Pflegegrad 3 festgestellt

Die Einstufung beruht auf einem Gutachten: beim Medizinischen Dienst für gesetzlich Versicherte, bei Medicproof für privat Versicherte. Geprüft werden sechs Module – Mobilität, kognitive und kommunikative Fähigkeiten, Verhaltensweisen und psychische Problemlagen, Selbstversorgung, Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen sowie Gestaltung des Alltagslebens.

Pflegegrad 3 wird bei 47,5 bis unter 70 gewichteten Gesamtpunkten vergeben. Dabei gehen die Module unterschiedlich stark in die Wertung ein: Die Selbstversorgung zählt mit 40 Prozent am schwersten, die Mobilität nur mit 10 Prozent (§ 15 Abs. 2 SGB XI). Wer im Begutachtungstermin vor allem den Bewegungsbedarf schildert, stellt den eigenen Fall deshalb schnell zu niedrig dar. Welche Kriterien im Einzelnen geprüft werden, erklärt der Überblick zu den Voraussetzungen für Pflegegrad 3.

Pflegegeld und Pflegesachleistung bei Pflegegrad 3

Für die Versorgung zu Hause gibt es zwei Wege – und die Möglichkeit, sie zu mischen:

  • Pflegegeld: 599 Euro im Monat, wenn Angehörige oder andere private Pflegepersonen die Versorgung übernehmen. Das Geld ist nicht zweckgebunden. Wie und wann es ausgezahlt wird, erklärt der Ratgeber Pflegegeld bei Pflegegrad 3.
  • Pflegesachleistung: bis zu 1.497 Euro im Monat, wenn ein ambulanter Pflegedienst die Einsätze übernimmt und direkt mit der Pflegekasse abrechnet. Wie das läuft, erklärt der Beitrag zur Pflegesachleistung über den ambulanten Pflegedienst.
  • Kombinationsleistung: beides nebeneinander. Das Pflegegeld wird anteilig um den Prozentsatz gekürzt, zu dem Sie die Sachleistung nutzen.

Ein Beispiel: Der Pflegedienst kommt morgens und rechnet 748,50 Euro ab – die Hälfte der Sachleistung. Dann bleibt die Hälfte des Pflegegeldes, also 299,50 Euro im Monat. Viele Familien fahren mit dieser Aufteilung besser als mit einer reinen Entscheidung für einen der beiden Wege. Die Übersicht zum Pflegegeld 2026 zeigt die Beträge aller Pflegegrade.

Weitere Leistungen im Überblick

Neben Pflegegeld und Sachleistung bestehen bei Pflegegrad 3 mehrere Ansprüche unabhängig voneinander – und bleiben genau deshalb oft ungenutzt:

  • Entlastungsbetrag: 131 Euro im Monat für Angebote zur Unterstützung im Alltag. Wie Sie ihn richtig einsetzen, erklärt der Ratgeber zum Entlastungsbetrag.
  • Verhinderungs- und Kurzzeitpflege: ein gemeinsamer Jahresbetrag von 3.539 Euro, wenn die private Pflegeperson vertreten werden muss oder eine vorübergehende stationäre Versorgung nötig ist. Mehr dazu im Beitrag zur Kurzzeitpflege.
  • Tagespflege: bis zu 1.497 Euro im Monat für die teilstationäre Betreuung, zusätzlich zum Pflegegeld – bei Pflegegrad 3 häufig der Schritt, der Angehörigen wieder Arbeitszeit ermöglicht.
  • Pflegehilfsmittel zum Verbrauch: 42 Euro im Monat. Details im Ratgeber zur 42-Euro-Pauschale für Pflegehilfsmittel.
  • Technische Pflegehilfsmittel wie Pflegebett oder Hausnotruf sowie Zuschüsse für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen (bis zu 4.180 Euro je Maßnahme).

Welche Hilfsmittel bei Pflegegrad 3 im Alltag besonders helfen, fasst der Beitrag zu Pflegehilfsmitteln bei Pflegegrad 3 zusammen.

Die Pflegebox bei Pflegegrad 3

Die Pflegehilfsmittel zum Verbrauch nach § 40 Abs. 2 SGB XI sind der Anspruch, der im Alltag am häufigsten übersehen wird – vermutlich, weil er so klein wirkt. Ab Pflegegrad 1 stehen bis zu 42 Euro im Monat zur Verfügung; die Pflegekasse zahlt direkt an den Anbieter, für Sie bleibt die Box zuzahlungsfrei und ohne Rezept.

Bei Pflegegrad 3 sind es meist Einmalhandschuhe, Händedesinfektion und Bettschutzeinlagen, die sonst regelmäßig nachgekauft werden müssten. Über die Box werden daraus Kosten, die Sie nicht mehr selbst tragen. Ansparen lässt sich der Anspruch allerdings nicht: Was in einem Monat nicht abgerufen wird, verfällt.

Häufige Fragen zu Pflegegrad 3

Wie viel Geld bekommt man bei Pflegegrad 3? Bei häuslicher Pflege durch Angehörige zahlt die Pflegekasse 599 Euro Pflegegeld im Monat. Mit einem ambulanten Pflegedienst stehen bis zu 1.497 Euro Pflegesachleistung zur Verfügung. Unabhängig davon kommen 131 Euro Entlastungsbetrag und 42 Euro für die Pflegebox hinzu.

Ab wie vielen Punkten bekommt man Pflegegrad 3? Pflegegrad 3 wird ab 47,5 und bis unter 70 gewichteten Gesamtpunkten vergeben, ermittelt im Gutachten des Medizinischen Dienstes oder von Medicproof.

Steht mir die Pflegebox bei Pflegegrad 3 zu? Ja. Der Anspruch auf Pflegehilfsmittel zum Verbrauch im Wert von 42 Euro im Monat besteht ab Pflegegrad 1 – zuzahlungsfrei, ohne Rezept und zusätzlich zu Pflegegeld und Sachleistung.

Nicht über den Pflegegrad geregelt ist dagegen, wer Sie zu Terminen begleiten darf und wer diese Begleitung bezahlt. Warum dafür Versorgungsamt und Krankenkasse zuständig sind, erklärt der Ratgeber zu Pflegegrad 3 und Begleitperson.

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